Kunst aus dem 3D Drucker

By | 29. Mai 2013

Was passiert, wenn 3D-Drucker alltäglich werden? Was werden die Menschen drucken wollen? Und wie kann man damit Geld verdienen?

3D-Drucker für zu Hause, eine zurzeit mehr schlecht als recht funktionierende Technik, sind angeblich das nächste große Ding. Was laut einer Studie bislang vor allem die Spielwiese für männliche Technikbastler mittleren Alters und die dazugehörige Open-Source-Community ist, soll mit gesponserten Veranstaltungen wie der in London in den Mainstream überschwappen. Noch ist der Markt eine winzige Nische, noch gibt es mehr Artikel über 3D Drucker, als es 3D-Drucker in privaten Haushalten gibt. Aber die Absatzzahlen steigen. Jetzt gilt es, der breiten Bevölkerung das neue Produkt schmackhaft zu machen. Und schnell ein paar flankierende Geschäftsmodelle zu entwickeln.

In Ausstellungen finden sich oft Nachbildungen von Kunstwerken. Erstellt werden diese mit Nylon-Filament durch 3D-Druckverfahren. Wurden früher häufig Gipsabdrucke von Artefakten gemacht, ist diese Technik aus konservatorischen Gründen heute kaum noch zu vertreten. So hat ein technisches Verfahren, unter anderem angewendet in der Automobilindustrie, seinen Weg in die Archäologie gefunden: Der dreidimensionale Druck. Doch wie viel Original steckt in solch einer Rekonstruktion?

Am renommierten Massachusetts Institute of Technology, kurz MIT, werkeln Wissenschaftler ebenfalls daran, wie man die Technik des 3D-Drucks für Design und Architektur der Zukunft verwenden könnte. Im Labor versucht Professorin Neri Oxman größere Gegenstände entstehen zu lassen. „In der nahen Zukunft können wir Gebäude ausdrucken.“ Mit einem Roboterarm, der zu einem 3D-Drucker umgebaut wurde, sollen etwa Schicht für Schicht Wände aus Beton entstehen. In der Zukunft könne jeder damit wohl sein eigenes Haus entwerfen.

Wie beeinflusst ein Drucker und der technische Fortschritt unser Leben schon heutzutage? Der New Yorker Künstler Josh Kline versucht mit seiner Kunst aus dem 3D-Drucker, dieser Frage nachzugehen. Dafür hat er die Hände von Freunden einscannen lassen und ihnen am Computer eine Flasche in die Hand gelegt. In den Innenraum hat er Getränke wie Cola gefüllt, die dem Kunstwerk eine Farbe geben. „Mir gefiel die Idee reale Dinge in Information zu verwandeln und aus Informationen wieder echte Objekte zu schaffen“, sagt Kline.